Albverein Schwenningen - Jahresprogramm 2018
Sonntag, 4. Februar 2018

Stadtführung und Cézanne-Ausstellung in Karlsruhe

Treffpunkt im Bhf. Schwenningen/Neckar um 7.50 Uhr (Zugfahrt nach Villingen ab 8.09 Uhr) oder Treffpunkt Wartehalle Bhf. Villingen/Schwarzwald um 8.30 Uhr.


Danach für alle Anwesenden Ausgabe des gemeinsamen Baden-Württemberg-Tickets (bei Angabe "Zustieg Bhf. Schwenningen" wird dort BW-Ticket ausgegeben).

Maximale Teilnehmerzahl: 23 plus Magda und Uli Schlichthaerle als Wanderführer.


Abfahrt des Zuges in Villingen, Gleis 2, nach Karlsruhe um 8.50 Uhr. Ohne Umsteigen Ankunft in Karlsruhe um 10.49 Uhr. Danach Stadtführung mit Uli Schlichthaerle.


Mit Grundsteinlegung für das neue Schloss im Hardtwald am 17. Juni 1715 wurde durch Markgraf Karl III. Wilhelm von Baden-Durlach die Stadt Karlsruhe planmäßig angelegt. Vom "Bleiturm" in der Mitte des Schlosses begannen 32 Alleen die sich einer Windrose entsprechend nach allen Seiten entfernten. Die "Fächerstadt" war geboren. Wie kam es dazu?


Im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-1697) hatten französische Truppen am 16. August 1689 Stadt und Schloss Durlach niedergebrannt, wo Karl Wilheilm 1779 auf die Welt kam. Mit 17 Jahren heiratete er 1697 im Alten Schloss in Stuttgart, das von den Folgen des Pfälzischen Erbfolgekriegs verschont blieb, die Tochter des württembergischen Herzogs Magdalena Wilhelmine von Württemberg. Durch eine Jahrhunderte zurückreichende Heiratspolitik waren die beiden benachbarten Dynastien eng verbunden.


Im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) gerieten die beiden badischen Markgrafschaften (das katholische Baden-Baden und das evangelische Baden-Durlach) ab 1702 in Bedrängnis nachdem sich Ludwig XIV. und der bayerische Kurfürst Maximilian II. Emanuel verbündeten. Der Markgraf von Baden-Durlach war 1697 für zehn Jahre zum Kreisgeneralfeldmarschall des Schwäbischen Kreises als einem der zehn Reichskreise des Heiligen Römischen Reiches ernannt worden und befehligte während des Krieges das stehende Heer des Schwäbischen Kreises auf Seiten des Deutschen Kaisers mit den Verbündeten Niederlanden und England.


Karl Wilhelm entging 1704 bei der zweiten Schlacht von Höchstädt nur knapp dem Tod. 1707 stürzte er vom Pferd und zog sich einen Beinbruch zu. 1709 starb sein Vater und er trat aus dem Militärdienst aus. Als absolutistischer Herrscher wollte er sich wohl von den Kriegsjahren ausruhen. Nach den bis 1714 andauernden Verwüstungen des Landes fand die erste Audienz im Schloss in "Carlos Ruh" bereits am 5. Juli 1717 statt.


Schloss und Stadtanlage, Schossplatz und Schlossgarten als Zeugen dieser ersten Jahre der Stadtwerdung sowie das Wirken von Friedrich Weinbrenner werden die Teilnehmer bei der etwa 90-minütigen Führung  kennenlernen.


Herausragend sind die Werke des "Baumeisters der Residenz", des 1766 in Karlsruhe geborenen Friedrich Weinbrenner, der ab 1801 als als oberster Baubeamter Badens, Stadtplaner und Architekt herausragende klassizistische Bauwerke in Karlsrhe schuf, wo er 1826 starb. Was war die politische Voraussetzung dafür?

Kaum hatte man in Ansätzen die ersten Schlüsse aus der 1771 erfolgten Vereinigung Baden-Durlachs mit der Markgrafschaft Baden-Baden gezogen führten der Friede von Lunéville 1801 zu einer weiteren Gebietsvergrößerung und 1803 zur Erhebung zum Kurfürstentum, 1806 zum Großherzogtum. Markgraf Karl Friedrich, der seit 1746 ohne Vormund regierte, war durch Napoleons Gnaden 1806 nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches und seinem Beitritt zum Rheinbund, "königliche Hoheit" geworden. Er hatte sein Herrschaftsgebiet fast verzehnfacht.


Annektiert wurden die rechtsrheinische Kurpfalz, der Breisgau, die Ortenau sowie weitere Gebiete durch Säkularisation und Mediatisierung. So kamen das seit 1805 württembergische Villingen mit dem Besitz der Johanniter: Neuhausen, Obereschach und Thierheim (Bad Dürrheim) 1806 durch Tausch mit dem zunächst badischen Biberach/Riß an Baden.


Heute noch vorhandene oder nach Kriegszerstörungen restaurierte Bauwerke von Weinbrenner sind rund um den Marktplatz mit der Pyramide (1823-1825, Mausoleum des arkgrafen Karl-Wilhelm) als Wahrzeichen der Stadt gruppiert. So das Rathaus (1805/06 und 1821-1825), die Evangelische Stadtkirche (1807-1816) und unweit davon die Katholische Stadtkirche (1808-1814), die Münze und das Markgräfliche Palais am Rondellplatz.


Die Stadtführung endet zunächst um etwa 12.30 Uhr in der gemütlich-rustikalen Gaststätte bei moderaten Preisen in der Gaststätte "Litfaß", Kreuzstr. 10 (100 m vom Marktplatz), 76133 Karlsruhe, Tel. 0721/693487. Essen à la carte.

Um 13.45 Uhr kurzer Spaziergang (10 Min.) zur Staatlichen Kunsthalle. Sonntags wird es eine etwa 15- bis 30-Minuten- Wartezeit geben. Um 14.15 Uhr haben wir eine Führung durch die Cézanne-Ausstellung bestellt. Die Führung dauert etwa eine Stunde. Danach Zeit zur freien Verfügung. Tipps: Etrusker-Ausstellung im Schloss, Café-Besuch, Ausstellung im ZKM, Bummel über die Kaiserstraße.


Um ca. 17.00 Uhr Rückfahrt mit Straßenbahn Linie S1 Richtung Bad Herrenalb ab Kaiserstraße Richtung Bad Herrenalb. Ca. 17.30 Uhr Ankunft von S1 am Hbf. Karlsruhe. Treffpunkt 17.55 Uhr am Zug nach VS (wahrscheinlich Bahnsteig 6). 18.09 Uhr Abfahrt.


Ohne Umsteigen 20.05 Uhr Ankunft am Bhf. Villingen.


Ulrich und Magdalena Schlichthaerle